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Abwehr stärken ist das A und O

Tipps fürs Immunsystem bei Krebs

Die heutige Tumortherapie hat leider immer noch viele Nebenwirkungen, die unerwünscht sind. Dazu gehört, dass das blutbildende System des Körpers negativ beeinflusst wird und die Zahl der weißen Blutkörperchen, also eigentlich die Abwehrzellen, beeinträchtigt werden. Das macht Sie während und nach der Chemo-, Hormon- oder Strahlentherapie anfälliger für Viren, Bakterien und Infektionen. Wie groß und negativ die Einflussnahme durch die Therapie und die Krankheit ist, hängt meist von Ihrem Alter und Ihrem Gemeinzustand ab.

Gerade im Herbst und Winter ist das Immunsystem besonders gefordert. Die kälteren Temperaturen verringern die Durchblutung im Nasen- und Rachenraum und machen die ohnehin durch die Behandlung oft angegriffenen Schleimhäute anfälliger für Krankheitserreger. Aber das müssen Sie sich auch als Krebspatient nicht gefallen lassen und können aktiv etwas dagegen tun.

7 Tipps, wie Sie als Krebspatient Ihr Immunsystem stärken

Obst und Gemüse und wenig Fleisch

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist für jeden Menschen wichtig. Ihr Einfluss auf unser gesamtes Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit unseres Körpers ist erheblich und unser Immunsystem profitiert von einer guten Nährstoffversorgung. Für ohnehin abwehrgeschwächte Menschen nimmt die Stärkung des Immunsystems noch einmal einen besonderen Stellenwert ein.

Tipp:

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst. Natürliche Vitamine aus Obst und Gemüse oder anderen Lebensmitteln sind für Krebspatienten unbedenklich, auch während einer Bestrahlung, wenngleich jeder Patient verschiedene Obst- und Gemüsesorten anders verträgt. Doch neben der Ernährung gibt es weitere wichtige Faktoren, die unsere Abwehrkräfte stärken: Zum Beispiel haben Enzyme einen lindernden Einfluss auf die Nebenwirkungen der Krebstherapie. Immunkomplexe bestehen aus Antigenen, die der Körper als schädlich einstuft. Da Krebszellen diesen Mechanismus nutzen und den Körper damit stressen, kann er sich nicht ausreichend auf die Bekämpfung der Krebszellen konzentrieren. Ausgewählte Enzyme helfen dabei, Immunkomplexe zu spalten und so zusätzlich auch die Wände der Krebszellen schwächen, was sie angreifbarer macht. Ungeachtet dessen haben fast alle Krebspatienten immer wieder Entzündungen. Bestimmte Enzyme können den behandlungs- und krankheitsbedingten Überschuss an entzündungsfördernden Botenstoffen abbauen und so die Beschwerden lindern.


Wasser Marsch und möglichst auf Genussmittel verzichten

Als Krebspatient müssen Sie viel trinken: Mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee. Denn Ihr Körper braucht Flüssigkeit, um die Schleimhäute feucht zu halten und die Nebenwirkungen der Medikamente zu lindern, die oft über die Nieren und den Magen-Darmtrakt verstoffwechselt werden. Um Ihren Körper zu unterstützen, sollten Sie so gut es geht auf Alkohol und Nikotin verzichten. Gerade Nikotin schwächt Ihr Immunsystem besonders, da es die weißen Blutkörperchen an ihrer Aufgabenerfüllung -der Abwehr- hindert.


Schön sauber und achtsam bleiben

Besonders bei Krebspatienten vor und nach der Behandlung wird Hygiene großgeschrieben. Das geht über das selbstverständliche Händewachen und Abstand halten hinaus und betrifft auch den Umgang mit Lebensmitteln. Um eine zusätzlich immunschwächende Infektion durch Lebensmittel zu vermeiden, raten wir folgendes:

Tipps:

  • Kaufen Sie nur frische Lebensmittel ohne beschädigte Verpackung.
  • Tauen Sie gefrorene Lebensmittel im Kühlschrank auf und verzehren Sie diese unmittelbar nach dem Auftauen.
  • Essen Sie keine rohen Lebensmittel, wie rohes Fleisch, rote Meeresfrüchte oder Fisch und rohes Ei.
  • Halten Sie sich an schälbares Obst und Gemüse und reinigen Sie es vor dem Verzehr gründlich.
  • Verzichten Sie möglichste aufs Aufwärmen von Speisen
  • Wechseln Sie Küchen- und Spültücher mehrfach in der Woche und waschen Sie schmutzige bei 60 Grad in der Waschmaschine.
  • Säubern Sie Ihre Holzbretter, Holzlöffel und Schneidebretter gründlich.
  • Legen Sie besonderen Wert auf die Lagerungsempfehlungen der Lebensmittel und unterbrechen Sie die Kühlkette nicht.

Bewegung an der frischen Luft

Regelmäßiges Lüften ist genauso wichtig wie Spaziergänge an der frischen Luft. Doch zu denen ist ein Patient während der Krebsbehandlung nicht immer in der Lage oder in Stimmung, obwohl ein Waldspaziergang Wunder tut. Er durchblutet die Schleimhäute besser und tankt die Seele auf. Wer das jedoch krankheitsbedingt nicht kann, nutzt einfach gut abgestimmte Lüftungsphasen und nutzt die bessere Stimmung für ein paar gymnastische Bewegungen am Fenster. Sind Sie jedoch angeschlagen, sollten Sie auch auf leichten Sport verzichten und einfach tief ein- und ausatmen.


 Immer schön entspannt bleiben

Streit und Stress sind Gift für Krebspatienten, da sie neben der körperlichen Belastung auch noch seelische Herausforderungen bewältigen müssen. Also gönnen Sie sich ein Vollbad, wenn Ihr Kreislauf stabil ist oder andere schöne Entspannungsmöglichkeiten, die Ihnen Freude bereiten. Ihr Immunsystem wird es Ihnen danken.


Ein Schläfchen extra ist erwünscht

Schlaf ist für Krebspatienten elementar und bei den meisten durch die Fatigue auch kein Problem. Gönnen Sie sich bewusst Ihr Extraschläfchen. Denn während Sie so vor sich hinträumen, schüttet Ihr Körper große Mengen an immunaktiven Stoffen aus und stärkt damit Ihr Abwehrsystem.


Menschenansammlungen vermeiden

Mit der Zahl der Menschen, die Sie umgeben, steigt zumindest in der Grippe- und Erkältungszeit das Ansteckungsrisiko. Verzichten Sie nicht auf soziale Kontakte, aber meiden Sie engeren Körperkontakt mit Fremden, verzichten Sie aufs Händegeben und umgehen Sie Treffen in geschlossenen Räumen ohne ausreichenden Abstand und regelmäßiges Lüften.


Tipps:

Sie haben Fragen? Dann wenden Sie sich gern an uns! In enger Abstimmung mit Ihrem behandelnden Arzt finden wir sicher Möglichkeiten, auch Ihr Immunsystem zu stärken. Sehr gern können Sie hier auch unsere Telepharmazie-Sprechstunde nutzen.