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Fieber, Husten, Heiserkeit: Corona, Grippe, RSV?!

Influenzaviren sind nicht die einzigen Viren, die Atemwegsinfektionen verursachen! Aus diesem Grund wurde auch der Influenza Wochenbericht des RKI (Robert Koch Institut) in ARE Wochenbericht umbenannt, was bedeutet: Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen in Deutschland. Neben der saisonalen Grippe steigen in Europa die Infektionen mit dem respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) besonders bei Kleinkindern und in den ältesten Bevölkerungsgruppen – und auch Covid-19 bleibt weiterhin bedrohlich. Die momentan hohe Zahl schwerer Infektionen mit dem RS-Virus verbinden die Experten mit den COVID-19-Hygienemaßnahmen im letzten Winter, der damit ausgebliebenen Grippesaison und dem dadurch unzureichend trainiertem Immunsystem.

Ganz aktuell erkranken Menschen an RS und gleichzeitig an Grippe!

Der schnelle Unterschied: Was unterscheidet die drei Atemwegserkrankungen, deren Symptome so ähnlich sind und die relativ leicht über Tröpfchen- und Schmierinfektionen übertragen werden können?

Während man bei einer Grippe bereits am Anfang starke Symptome hat, treten bei Corona als auch RSV erste leichte Symptome erst nach einer Woche auf, die dann stärker werden können. Dies gilt auch bei einer „klassischen Erkältung“ und dem sogenannten „grippalen Infekt“, die nicht von Grippeerregern ausgelöst werden.

Wichtig: Antibiotika wirken nicht gegen Viren! Sie sind nur sinnvoll, wenn zusätzlich bakteriell verursachte Komplikationen auftreten!

Corona/ Grippe/ RS-Virus: die unterschiedlichen Symptome

Für einen schnellen Überblick haben wir die Erkrankungen und ihre Symptome wie folgt zusammengefasst.

Echte Grippe/ Influenza

Krankheitsbeginn:
Plötzlich auftretende Beschwerden, Fieber entsteht innerhalb weniger Stunden
 
Fieber:
Schnell einsetzend, oft über 39°C
 
Kopf- und Gliederschmerzen:
Meist starke Muskel-und Gliederschmerzen
 
Halsschmerzen:
Gelegentlich
 
Husten:
Meist von Beginn an trockner und schmerzhafter Husten
 
Schnupfen, verstopfte Nase:
Eher selten
 
Körperliche Schwäche:
Meist sofort auftretende starke Entkräftung
 
Besonderheit:
Risiko von Entzündungen der Lunge, des Gehirns oder des Herzmuskels durch bakterielle Sekundärinfektion
 
Krankheitsverlauf:
1-2 Wochen- aber bis zur vollständigen Genesung auch mehrere Wochen
 

SARS-CoV-2

Krankheitsbeginn:
Erste Symptome treten erst nach einer Woche auf und können dann stärker werden
 
Fieber:
Häufig im Laufe der Erkrankung
 
Kopf- und Gliederschmerzen:
Gelegentlich
 
Halsschmerzen:
Treten vor allem bei der Omikron Variante verstärkt auf
 
Husten:
Trockener Husten
 
Schnupfen, verstopfte Nase:
Schnupfen
 
Körperliche Schwäche:
Abgeschlagenheit
 
Gastrointestinale Beschwerden:
Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall
 
Besonderheit:
Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns (seltener bei der Omikron Variante)
 
Krankheitsverlauf:
Bestehen die Symptome noch mehr als vier Wochen nach Ansteckung, spricht man von Long-Covid Symptom (siehe Text *1)
 

RSV Respiratorischer Synzytial-Virus

Krankheitsbeginn:
Inkubationszeit von drei bis sechs Tagen, aber hohe und lange Ansteckungsgefahr/ -fähigkeit (siehe Text *2)
 
Fieber:
Häufig im Laufe der Erkrankung
 
Kopf- und Gliederschmerzen:
Gelegentlich, eher Abgeschlagenheit
 
Halsschmerzen:
Treten auf
 
Husten:
Trockener Husten, später mit Auswurf
 
Schnupfen, verstopfte Nase:
Zusätzlich: Niesen
 
Atemschwierigkeiten:
Unregelmäßige Atmung, teils mit “knisternden Geräuschen”
 
Körperliche Schwäche:
Bei Kindern zusätzlich Appetitlosigkeit und Trinkverweigerung
 
Besonderheit:
Akute Otitis Media (Mittelohrentzündung) als häufige Komplikation
 
Krankheitsverlauf:
3 bis 12 Tage, schwere Krankheitsverläufe überwiegend bei Kleinkindern (insbesondere bei Jungen)
 

Hier können Sie sich diese Übersicht als übersichtliche PDF-Tabelle downloaden.

Influenza | Witzleben Apotheke Berlin

Influenza: die echte Grippe

Die echte GRIPPE (Influenza) äußert sich durch ein ganz plötzlich einsetzendes Krankheitsgefühl mit hohem Fieber, Halsschmerzen, trockenem Husten und Schmerzen in Muskeln und Gliedern, Rücken und Kopf. Bei Kindern können sich Mittelohrentzündungen entwickeln. Bei älteren Menschen sind die Symptome häufig nicht so ausgeprägt und ähneln eher denen einer Erkältung.

Die Erkrankten können bis zu einer Woche nach Auftreten der ersten Krankheitszeichen ansteckend sein, wobei Kinder oder Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem die Erreger auch länger ausscheiden können. Obwohl der Husten länger dauern kann, gehen die Beschwerden meist nach einer Woche zurück. Als Sekundär-Infektion können aber Bakterien Lungenentzündungen sowie Entzündungen des Gehirns oder des Herzmuskels auslösen.

Jedes Jahr im Winter erkranken tausende Menschen am Grippevirus, der speziell für Schwangere, Senioren und Menschen mit einer chronischen Grunderkrankung besonders gefährlich ist. Schon lange vor der Corona Pandemie gab es – teilweise verheerende – Grippewellen, wie die „spanische Grippe“: ausgelöst durch einen Influenza Virus starben zwischen 1918 und 1920 weltweit 20 bis 50 Millionen Menschen! Interessant: Damals betraf es überwiegend die 20- bis 40-Jährigen.

Auch Influenzaviren verändern sich ständig und bilden neue Varianten. Deswegen kann man sich im Laufe seines Lebens öfter mit Grippe anstecken und daran erkranken – und aus diesem Grund muss der Influenza-Impfstoff, der den besten Schutz gegen Grippe darstellt, nahezu jedes Jahr neu angepasst und entsprechend jährlich verabreicht werden, optimal im Oktober und November.

Bei einer Grippe werden nur die Beschwerden behandelt. Haben Sie starke Krankheitszeichen oder verschlimmern sich Ihre Beschwerden, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Influenza muss gemäß Infektionsschutzgesetz an das Gesundheitsamt gemeldet werden!

Corona Virus | Witzleben Apotheke Berlin

Corona Virus: SARS-CoV-2

SARS-CoV-2 gehört zur Familie der Corona Viren (genauer zur Linie B der Beta-Corona Viren). Die aus der Membran herausragenden Spike-Proteine geben den ­Corona Viren (unter dem Elektronenmikroskop) ihr charakteristisches Aussehen und sind auch für die Namensgebung verantwortlich (lat. Corona: Kranz)

Bei der Vermehrung eines Corona Virus werden rund 30.000 RNA-Bausteine mehrfach kopiert – und dabei können Fehler und somit Mutationen entstehen! Und obwohl SARS-CoV-2 – im Gegensatz zu anderen Viren – einen Reparaturmechanismus besitzt, haben sich im Verlauf der letzten beiden Jahre diverse und teilweise sehr unterschiedliche Varianten von SARS-CoV-2 gebildet. Einige können nun leichter ins Zell­innere eindringen und somit auch mehr Menschen infizieren. Andere werden durch die Veränderung nun aber auch nicht mehr von unseren Antikörpern, die sich nach einer Infektion oder Impfung gebildet haben, erkannt und bekämpft.

Von den mittlerweile fünf klassifizierten Varianten des ursprünglichen Corona Virus wurde die derzeit vorherrschende Variante „Omikron“ im August 2022 von der WHO als „besorgniserregend“ eingestuft. Sie ist leichter übertragbar und kann die Erkennung bzw. Abwehr durch das Immunsystem von Geimpften und Genesenen leicht umgehen!

Die unterschiedlichen Symptome überschreiten die klassischen Merkmale einer Atemwegserkrankung. Halsschmerzen (treten bei der Omikron-Variante häufiger auf), Heiserkeit, Husten, Schnupfen und Fieber, Schwindel und Kopf- und Gliederschmerzen sowie Geruchs- und ­Geschmacksverlust (tritt bei der Omikron-Variante seltener auf) zählen zu den typischen Symptomen einer Corona Erkrankung. Aber auch ein allgemeines Schwächegefühl, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie gastrointestinale ­Beschwerden, wie Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle, können durch das SARS-CoV-2 ausgelöst werden. Symptomatik und Schwere können im Krankheitsverlauf stark variieren.

Bestehen die Symptome noch mehr als vier Wochen nach Ansteckung, – bzw. verschlechtern sie sich weiter oder treten erneut auf – spricht man von Long-COVID-Symptomen. (siehe Auflistung der Symptome *1)

Mit dem Begriff Post-COVID-Syndrom werden Beschwerden bezeichnet, die noch nach drei Monaten bestehen und mindestens zwei Monate lang anhalten oder wiederkehren. Dazu zählen zum Beispiel Kurzatmigkeit in Ruhe, eingeschränkte Belastbarkeit und schnelle Erschöpfung, aber auch eingeschränkte Konzentrations- und Merkfähigkeit.

RSV | Witzleben Apotheke Berlin

RSV: respiratorische Synzytial-Viren

Die hochinfektiösen RS Viren (respiratorische Synzytial-Viren, RSV) ähneln den Grippe­viren und gehören zur Familie der Pneumoviridae. Sie werden durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen, also z.B. über Spielzeug und Oberflächen wie Tische und Türklinken. Sie sind der häufigste Auslöser einer akuten Infektion der unteren Atemwege. Bis zum zweiten Lebensjahr hat nahezu jedes Kind mindestens einmal eine RSV-Infektion durchgemacht.

Die Inkubations­zeit beträgt drei bis sechs Tage und während die Virusausscheidung in der Regel bei drei bis acht Tagen liegt, kann sie bei Frühgeborenem, Säuglingen, Kleinkindern und Immunsupprimierten mehrere Monate anhalten. Somit verlängert sich die Ansteckungsgefahr bei denen, die durch ein noch nicht voll funktionstüchtiges Immunsystem oder Grunderkrankungen ohnehin stark gefährdet sind. (siehe Auflistung der Symptome *2)

Harmlos verlaufend gleicht RSV einer normalen Erkältung mit den typischen Symptomen wie Schnupfen, Niesen, trockenem Husten, und Halsschmerzen und dauert drei bis zwölf Tage. Häufig wurde bei Kindern auch eine Otitis media (Mittelohrentzündung) beobachtet. Aber auch eine unregelmäßige Atmung sowie Atemschwierigkeiten können auftreten! “Knisternde” Geräusche bei der Atmung sind ein typisches Zeichen für einen Infekt mit RSV. Bei Kindern unter 18 Monaten zeigt sich eine eingesunkene Fontanelle, sie sind appetitlos und wollen nicht trinken.

Das Virus kann aber auch die unteren Atemwege erreichen und schwere Verläufe verursachen und sich in Fieber, schneller Atmung, Husten mit Auswurf und kalter, blasser und trockener Haut äußern. In einigen Fällen (aufgrund einer Bronchiolitis, obstruktiven Bronchitis oder interstitiellen Pneumonie) muss zeitnah eine Hospitalisierung (Krankenhauseinweisung) erfolgen und künstlich beatmet werden.

Was kann helfen? Eine durch den RS-Virus ausgelöste Infektion kann nur symptomatisch behandelt werden. Sorgen Sie für ausreichende Flüssigkeitszufuhr zur Sekretmobilisation und durch Inhalationen und Nasenspülungen mit Kochsalzlösung für eine Freihaltung des Nasopharynx. Ein kurzfristiger Einsatz von abschwellenden Nasentropfen bzw. -sprays kann ebenfalls helfen, die Luftzufuhr zu verbessern.

Bei Fieber helfen Wadenwickel (nur anwenden, wenn auch die Beine warm sind, bei Kleinkindern ansonsten Pulswickel!). Fieber zulassen und „begleiten“ – es ist ein Zeichen, dass das Immunsystem arbeitet. Paracetamol oder Ibuprofen wirken systemisch fiebersenkend.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker!

Corona, Grippe, RSV | Witzleben Apotheke Berlin

Vorsorge ist der beste Schutz für Ihre Familie

Schützen Sie sich und Ihre Kinder durch regelmäßiges und korrektes Händewaschen und die Einhaltung der Husten- und Niesetikette: Niesen in die Armbeuge oder in ein Einmal­taschentuch, das danach entsorgt wird. Berühren Sie so wenig wie möglich mit Ihren Händen die Schleimhäute von Augen, Mund und Nase.

Eine regel­mäßige und gründliche Reinigung des Kinderspielzeugs kann ebenfalls helfen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen! Verzichten Sie aufs Rauchen oder verhindern Sie zumindest, dass Kinder Zigarettenrauch ausgesetzt werden, um die empfindlichen Lungen nicht zusätzlich zu belasten.

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In unseren Apotheken stehen in der Selbstmedikation eine Auswahl an Präparaten aus den verschiedenen Therapierichtungen und für jede Altersklasse zur Verfügung, zu denen wir Sie gerne und individuell beraten.

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