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Vorsorge & Früherkennung: So bewahren Sie im Vorsorge-Dschungel den Durchblick

Je früher Krankheiten oder die Risiken dafür erkannt werden, desto eher können wir handeln. Und desto weniger Schaden entsteht für unseren Körper. Deshalb erstatten die gesetzlichen Krankenkassen für erwachsene Männer und Frauen verschiedene Vorsorgeuntersuchungen. Allerdings können diese Untersuchungen auch den Organismus belasten oder durch unklare Befunde verunsichern. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen vor und zeigen, wie Sie im Vorsorge-Dickicht den Durchblick behalten.

Die Krankheits- und Krebsfrüherkennung wurden hierzulande bereits in den 1970er Jahren in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. Im Mittelpunkt stehen Krankheiten, die gut zu behandeln sind, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Tumore, die zu den häufigsten Todesursachen zählen.

Gesundheitsvorsorge (Check-up)

Haben Sie bereits Ihren 35. Geburtstag hinter sich? Dann haben Sie sicherlich schon einmal gehört, dass Ihnen alle drei Jahre ein kostenfreier Check-up zusteht und auch empfohlen wird. Die Untersuchung beinhaltet ein ausführliches Arzt-Gespräch, eine Ganzkörperuntersuchung mit Blutdruckmessung, eine Urinuntersuchung sowie eine Blutentnahme zur Ermittlung der Blutzucker- und Cholesterinwerte. Der Check-up dient vor allem der Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und Nierenerkrankungen.

Vorsorge bedeutet laut Duden: Die Gesamtheit von Maßnahmen, mit denen einer möglichen späteren Entwicklung oder Lage vorgebeugt, durch die eine spätere materielle Notlage oder eine Krankheit nach Möglichkeit vermieden werden soll

Krebsvorsorge

Ziel von Untersuchungen zur Krebsvorsorge ist es, die Krankheit möglichst früh, also bevor sie überhaupt entsteht oder Beschwerden verursacht, aufzuspüren. In einem frühen Stadium entdeckt, lassen sich Tumore meist erfolgreicher und schonender behandeln als in späteren Stadien, in denen sich vielleicht schon Metastasen gebildet haben.

Selbstverständlich sind alle Untersuchungen freiwillig. Sie können für sich selbst entscheiden, ob und wie oft Sie diese wahrnehmen möchten, idealerweise in Absprache mit den Ärzt:innen Ihres Vertrauens.

  • Hautkrebs-Vorsorge
    Auch junge Menschen erkranken immer häufiger an Hautkrebs. Eine kostenlose Untersuchung zur Hautkrebs-Früherkennung, auch Hautkrebs-Screening genannt, soll helfen, Hautkrebs frühzeitig zu entdecken. Ab dem 35. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre die Kosten. Viele Krankenkassen bieten die Untersuchung auch in kürzeren Intervallen und bereits für jüngere Versicherte an. Das Hautkrebs-Screening beinhaltet eine gezielte Anamnese und eine Ganzkörperuntersuchung.
  • Pinktober: Brustkrebs-Vorsorge
    Im Monat Oktober wird das Thema Brustkrebs jedes Jahr durch die weltweite Aktion „Pinktober“ in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Das Symbol der rosafarbenen Schleife steht dabei für die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Brustkrebs.

    Frauen können ab dem 30. Lebensjahr im Rahmen des gesetzlichen Mammakarzinom Früherkennungsprogramms einmal im Jahr eine Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen. Dabei werden die Brüste und Lymphknoten sowie die umliegenden Bereiche bis zu den Achselhöhlen abgetastet. Für Frauen zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen alle zwei Jahre ein Mammographie-Screening, also eine Röntgenuntersuchung zur Brustkrebsfrüherkennung.
  • Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge
    Gebärmutterhalskrebs, das sogenannte Zervixkarzinom, wird fast immer durch eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) verursacht. Gebärmutterhalskrebs gehört zu den wenigen Krebsarten, die sich durch eine HPV-Impfung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen verhindern ließe. Frauen zwischen 20 und 34 Jahren können einmal im Jahr einen sogenannten Pap-Abstrich (zytologische Untersuchung) in Anspruch nehmen. Für Frauen ab 35 Jahren wird alle drei Jahre eine Kombinationsuntersuchung aus Pap-Abstrich und HPV-Test angeboten. Für beide Tests wird ein Abstrich vom Gebärmutterhals entnommen und im Labor untersucht.

  • Movember: Prostatakrebs-Vorsorge
    Der „Movember“ mit dem Oberlippenbart als Aufmerksamkeitsstifter ist das männliche Pendant zum „Pinktober“. Prostatakrebs und andere Themen der Männergesundheit stehen bei dieser Aktion im Mittelpunkt. Männer ab dem 45. Lebensjahr können einmal im Jahr eine Genitaluntersuchung in Anspruch nehmen. Dabei werden die Lymphknoten, die äußeren Geschlechtsorgane und die Prostata abgetastet. Bei Verdacht übernehmen die Krankenkassen auch den sogenannten PSA-Test.
  • Darmkrebs-Vorsorge
    Darmkrebs zählt bei Männern und Frauen gleichermaßen zu den häufigsten Krebserkrankungen. Ab dem 50. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs. 50- bis 54-Jährige haben einmal im Jahr Anspruch auf einen Stuhltest, der auf nicht sichtbares Blut, auch als okkultes Blut bezeichnet, untersucht wird. Für Männer ab 50 und Frauen ab 55 Jahren wird empfohlen, eine Darmspiegelung zu machen. Bei unauffälligem Befund wird diese nach 10 Jahren wiederholt. Wer keine Darmspiegelung möchte, kann ab 55 Jahren alle zwei Jahre einen Stuhltest durchführen.

Augeninnendruckmessung zur Glaukom-Früherkennung

Bei konkretem Krankheitsverdacht oder bestimmten Risikofaktoren (z. B. einem bestehenden Diabetes oder dauerhafter Kortisoneinnahme) übernehmen die Krankenkassen die Messung des Augeninnendrucks zur Glaukom-Früherkennung. Das Glaukom ist eine der häufigsten Erblindungsursachen. Zur Vorsorge gehört die Untersuchung des Auges mit dem Spaltlampenmikroskop, die Untersuchung des Sehnervs und die Messung des Augeninnendrucks. Bei Verdacht auf ein Glaukom wird außerdem das Gesichtsfeld gemessen.

Früherkennung von Aneurysmen in der Bauchschlagader

Gesetzlich versicherte Männer ab 65 Jahren haben Anspruch auf eine einmalige Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung eines Aneurysmas der Bauchschlagader. Männer sind viel häufiger von einem Bauchaortenaneurysma betroffen als Frauen.

Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

Zu der Vorsorge in der Schwangerschaft gehören Untersuchungen und die Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung. Neben regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen, Ultraschalldiagnostik und der Überwachung bei Risikoschwangerschaften beinhalten die Vorsorgeleistungen auch die Beratung – zum Beispiel über Gesundheitsrisiken oder die Ernährung. Ärzt:innen, Hebammen und Krankenkassen arbeiten dabei zusammen.

Chlamydien-Screening

Zu den gesetzlichen Leistungen zählt außerdem ein jährliches Chlamydien-Screening für Frauen bis zum abgeschlossenen 25. Lebensjahr. Die genitale Chlamydia Trachomatis-Infektion ist die weltweit häufigste sexuell übertragene bakterielle Erkrankung und kann bei Frau und Mann zu ungewollter Sterilität, zu Schwangerschaftskomplikationen und Infektionen des Neugeborenen führen. Allein in Deutschland gibt es Schätzungen zufolge bis zu 300.000 Neuinfektionen jährlich.

Eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ergab, dass nur 14 Prozent der Bevölkerung über Chlamydieninfektionen informiert sind.

Schutzimpfungen und Indikationsimpfungen

Weitere Maßnahmen zur Vorsorge im Rahmen des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen sind die Schutzimpfungen, wie etwa alle 10 Jahre die Auffrischimpfungen zu Diphtherie und Tetanus. Die sogenannten Indikationsimpfungen werden für bestimmte Risikogruppen mit einem erhöhten Expositions-, Erkrankungs- oder Komplikationsrisiko sowie zum Schutz Dritter empfohlen. Hierzu zählen als Standardimpfung für Personen ab 60 Jahren die Impfungen gegen Influenza und die Pneumokokken-Infektion.

Impfungen gegen Hepatitis A und B, FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), Meningokokken, Röteln und Keuchhusten werden unterschiedlich in den Satzungen der Kassen geregelt.

Wie gesund ist Vorsorge?

Ziel der Vorsorgeuntersuchungen ist es, Risikofaktoren oder Vorstufen einer Erkrankung rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. So können zum Beispiel im Rahmen einer Darmspiegelung zugleich kleine Darmpolypen entfernt werden, die sich ohne Behandlung vielleicht zu Krebs entwickeln könnten. Natürlich weiß man im Voraus nie, ob das Immunsystem des Menschen nicht selbst aktiv geworden und der Krebs überhaupt entstanden wäre.

Was nicht außer Acht gelassen werden sollte: Auch solche präventiven Operationen können seelisch belasten. Bei Vorsorgeuntersuchungen kann es zu Verletzungen kommen, manche Untersuchungsverfahren sind für den Organismus unnötig belastend, z.B. durch Röntgenstrahlen. All das ist, vor allem bei größeren Früherkennungsuntersuchungen, sorgfältig abzuwägen.

Ihre Landkarte im Vorsorge-Dschungel

Folgende Fragen können Ihnen in Anlehnung an die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation als Landkarte im persönlichen Vorsorge-Dschungel dienen:

  • Tritt die Krankheit überhaupt in meiner Altersklasse auf?
  • Hat es langfristig gesundheitliche Vorteile, wenn die Krankheit früher entdeckt wird, auch in Punkto Behandlungserfolg?
  • Wie zuverlässig ist die Untersuchungsmethode?
  • Belastet die Untersuchung den Organismus? Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?
  • Wie oft kommt es zu falschen Testergebnissen?
  • Wie oft wird eine Erkrankung übersehen, weil man sich vermeintlich sicher fühlt?

Wir empfehlen: Lassen Sie sich am besten in der Arztpraxis Ihres Vertrauens ausführlich beraten und informieren. Dann können Sie selbst abwägen, ob Sie an einer Vorsorgeuntersuchung teilnehmen möchten oder nicht.

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie an Ihrem Körper Veränderungen bemerken oder Beschwerden auftreten, sollten Sie diese ernst nehmen und ärztlich abklären lassen!

Vorsorge durch Selbstfürsorge

Vorsorgeuntersuchungen können dabei helfen, dass Krankheiten möglichst früh erkannt werden. Sie können allerdings nicht verhindern, dass eine Krankheit entsteht. Die beste Vorsorge ist somit immer noch, wenn wir für uns selbst sorgen, mit einer ausgewogenen, gesunden Ernährung und einem gesunden, möglichst stressfreien Lebensstil. Und dafür müssen wir selbst aktiv bleiben – oder es werden.

Sehen Sie es so: Wenn Sie ein Instrument spielen möchten, dann müssen Sie Noten lernen und regelmäßig Tonleiter üben, auch wenn es nervt. Gelegentlich müssen neue Saiten aufgezogen, das Blättchen gewechselt und das Instrument gestimmt, gereinigt und poliert werden. Egal, ob wir gesund sind und es bleiben wollen oder ob wir uns trotz einer Erkrankung wohlfühlen wollen: Wir müssen daran arbeiten. Und das ist im Alltag oft gar nicht so einfach.

Wir wissen es eigentlich besser, doch jeder von uns ist eben ein Mensch mit Schwächen: Rauchen, Alkohol, Fast Food und zuckerhaltige Nahrungsmittel sind auf Dauer ungesund. Abendliche Spaziergänge oder sportliche Betätigung sind besser als auf der Couch zu sitzen und Serien zu schauen. Schon kleine Umstellungen bei der Ernährung, bei unseren Gewohnheiten oder in der Freizeitgestaltung können Großes bewirken. Und sie lohnen sich, wenn wir länger gesund und beweglich bleiben wollen.

Ernährungsberatung in Ihrer Apotheke

Durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung erhält unser Körper die für ihn notwendigen Mineralstoffe und Vitamine. Nur in bestimmten Lebenssituationen oder bei Erkrankungen ist eine Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln notwendig und sinnvoll. Bei Dauergebrauch können sogar ungewünschte Nebenwirkungen oder auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten. Daher sollten Sie sich vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln am besten immer beraten lassen.

Unser Team ist speziell im Bereich Nahrungsergänzung geschult. Wir unterstützen Sie auch im Rahmen einer Ernährungsberatung, wenn Sie Ihre Ernährung umstellen möchten. Kommen Sie einfach zum Kaiserdamm 26. Wir sind natürlich auch in Berlin, Brandenburg und überregional für Sie da, digital per Telefon, Chat oder Video.