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Fernreisen mit chronischer Krankheit. Tipps für Ihren Urlaub

Strandurlaub auf Bali, Safari in Südafrika, Rundreise durch Mexiko, Tauchurlaub in Ägypten… Was gibt es Schöneres als nach ausgiebiger Planung und großer Vorfreude endlich im Flugzeug zu sitzen und die ersehnte Urlaubsreise anzutreten. Gerade wenn Sie unter einer chronischen Krankheit wie Diabetes oder Hämophilie leiden, sollten Sie vor Reisebeginn einige Vorbereitungen treffen. Wenn alles gut geplant ist und Sie für den Ernstfall gerüstet sind, steht einem unbeschwerten, entspannten Urlaub nichts mehr im Wege.

Besprechen Sie die geplante Reise unbedingt vorab mit Ihrem behandelnden Arzt bzw. Ihrer behandelnden Ärztin. Bei den meisten chronischen Krankheiten ist ein ausführlicher Gesundheits-Check vor Beginn einer größeren Reise bzw. einer Flugreise ein Muss.

Fernreisen mit chronischer Krankheit - Witzleben Apotheke Berlin

Schutzimpfungen

Bei einer Reise in tropische oder subtropische Länder sollten Sie sich rechtzeitig über notwendige Impfungen informieren. Wir empfehlen Ihnen, etwa acht Wochen vor Reiseantritt zu klären, welche Impfungen für Ihr Urlaubsziel empfohlen werden und ob zum Beispiel Medikamente zur Malaria-Prophylaxe notwendig sind. Überprüfen Sie außerdem, welche Standardimpfungen aufgefrischt werden müssen. So sind Sie bestmöglich geschützt und können Infektionskrankheiten im Urlaub vermeiden.

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Mitnahme von Medikamenten

Handgepäck oder Koffer?

Im Laderaum eines Flugzeuges herrschen normalerweise Temperaturen um 10°C, allerdings können diese je nach Flugzeugtyp auch unterhalb des Gefrierpunktes sinken. Einige Medikamente wie Insulin oder Schmerz- und Hormonpflaster dürfen nicht einfrieren. Informieren Sie sich vorab über die richtige Lagerung Ihrer Medikamente. Temperaturempfindliche Arzneimittel sowie Medikamente, die Sie während des Fluges benötigen, gehören ins Handgepäck. Für Medikamente, die gekühlt werden müssen, gibt es hierfür spezielle Kühltaschen ohne Flüssigkeit. Beachten Sie, dass bei der Mitnahme im Handgepäck strengere Regelungen gelten als für den aufgegebenen Koffer. Lassen Sie sich eine mehrsprachige Bescheinigung Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin ausstellen, so umgehen Sie Diskussionen bei der Sicherheitskontrolle. Dies gilt vor allem für flüssige Arzneimittel, Betäubungsmittel und Hilfsmittel wie Spritzen im Handgepäck. Hämophilie-Patient:innen dürfen nicht vergessen, die Mitnahme von Gerinnungsfaktoren im Handgepäck bis zu zehn Tage vor dem Flug bei der entsprechenden Fluggesellschaft anzumelden.

Reichliche Mengen einpacken

Wenn Sie wegen einer chronischen Erkrankung regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, sollten Sie bei einer längeren Reise bzw. einer Flugreise einen reichlich bemessenen Vorrat an Medikamenten mitnehmen. Wir empfehlen 30 bis 50 Prozent mehr als normalerweise benötigt. Packen Sie einen Teil davon ins Handgepäck, einen Teil in den Koffer. Sollte Ihr Gepäck verloren gehen bzw. es zu Flugverzögerungen oder -ausfällen kommen, sind Sie so auf der sicheren Seite. Das Gleiche gilt für alle benötigten Hilfsmittel wie Messgeräte, Pens etc. Denken Sie auch hier an ausreichend Ersatz.

Zeitverschiebung berücksichtigen

Wenn Sie über mehrere Zeitzonen nach Westen reisen, wird der Tag länger. Bei Reisen nach Osten verkürzt sich der Tag. Denken Sie daran, dass Sie bei einer Zeitverschiebung die Menge der im Handgepäck mitgeführten Medikamente sowie deren Einnahme entsprechend anpassen müssen.

Nicht vergessen!

Reisemedizinische Beratung - Witzleben Apotheke Berlin

Wichtige Dokumente

Bei der Einreise in viele Länder kann die Mitnahme von Spritzen wie zum Beispiel Thrombosespritzen, Kanülen oder ähnlichem problematisch sein. In einigen Ländern stehen außerdem etliche Wirkstoffe, die aus unserer Sicht unbedenklich sind, auf der Liste der reglementierten Medikamente. Vor allem für asiatische und arabische Länder brauchen Sie deshalb auch für die Einreise eine ärztliche Bescheinigung über alle mitgeführten Medikamente und Hilfsmittel. So kommen Sie erst gar nicht in Erklärungsnot.

Denken Sie an den internationalen Impfpass sowie den Implantat-Ausweis, falls Sie Träger:innen von Endo-Prothesen wie künstliches Hüftgelenk, Schrittmacher oder einer Insulinpumpe sind.

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Gewappnet für alle Fälle

Außerdem sollten Sie einen Nothilfe-Pass, den Europäischen Notfallausweis (ENA) oder ein mehrsprachiges Dokument mit sich führen, auf dem die Art Ihrer Erkrankung, alle erforderlichen Medikamente inklusive internationaler Wirkstoffbezeichnung und Dosisangaben, nötige Notfallmaßnahmen, die Kontaktdaten Ihrer Arztpraxis sowie eine im Notfall zu benachrichtigende Telefonnummer und Adresse verzeichnet sind.

Erkundigen Sie sich vorab, ob und unter welchem Namen es Ihre Präparate im Reiseland gibt. So können Sie im absoluten Notfall, wenn zum Beispiel das Medikament verloren geht, schnell Ersatz bekommen. Außerdem sollten Sie am besten schon im Vorfeld in Erfahrung bringen, wie es um die medizinische und pharmazeutische Versorgung am Reiseort bestellt ist.

Tipps gegen Thrombose - Witzleben Apotheke Berlin

Risikofaktor Thrombose

Auf Flügen, insbesondere auf Langstreckenflügen, besteht ein erhöhtes Thromboserisiko. Durch das lange Sitzen staut sich das Blut in den Venen, so dass sich Blutgerinnsel bilden können. Das Thromboserisiko ist individuell verschieden. Besonders gefährdet sind unter anderem über 50-Jährige, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Übergewicht, mit Störungen der Blutgerinnung, Patient:innen kurz nach Operationen, Krebspatient:innen sowie Raucher:innen.

Mit ein paar einfachen Maßnahmen können Sie einer Thrombose vorbeugen:

  • Locker sitzende Kleidung
  • Schuhe während des Fluges ausziehen
  • Von Zeit zu Zeit aufstehen
  • Ausreichend trinken, am besten Wasser, verdünnte Fruchtsäfte und Kräutertees
  • Regelmäßige Betätigung der Muskelpumpe durch Bewegung der Füße und Beine

Im Rahmen unserer Kompressionstherapie unterstützen Sie unsere speziell geschulten Mitarbeiter:innen gerne bei der Anpassung und Bestellung Ihrer Reisestützstrümpfe.

Vor der Abreise unbedingt erledigen – eine Checkliste:

Einpacken:

  • Medikamente, 30 bis 50 Prozent mehr als normalerweise benötigt (mindestens eine Originalverpackung und Beipackzettel)
  • Medikamente, die während des Fluges und für die ersten Tage nach der Reise benötigt werden, ins Handgepäck
  • Sonstiges medizinisches Material, wenn nötig (z. B. Messgeräte, Pens)
  • Versicherungskarte (inklusive EHIC oder Anspruchsbescheinigung)
  • Mehrsprachiges Dokument über Diagnose und medikamentöse Therapie mit Kontaktdaten des Arztes
  • Zollbescheinigung, falls benötigt
  • Internationaler Impfpass, ggf. Nothilfe-Pass oder Europäischer Notfallausweis (ENA)
  • Bescheinigungen für Spritzen, Pens, Implantate, Ports etc.


Erledigen:

  • Informationen zum Auslandsversicherungsschutz einholen
  • Erfragen, ob und unter welcher Bezeichnung Medikamente auch im Urlaubsland erhältlich sind
  • Flugtauglichkeit einschätzen lassen (MEDA-Formblatt ausfüllen)
  • Bedarf und Umfang der Unterstützung mit Fluggesellschaft besprechen
  • Mit dem Hotel bzw. der Unterkunft klären, ob ggf. ein funktionierender Kühlschrank zur Verfügung steht
  • Impfungen bei Bedarf auffrischen

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Reisemedizinische Beratung in Ihrer Witzleben Apotheke Berlin

Sie haben eine Flugreise geplant und sind sich unsicher hinsichtlich notwendiger Schutzimpfungen, der richtigen Mit- und Einnahme Ihrer Medikamente, Ihrer Reiseapotheke oder medizinischer Besonderheiten im Reiseland? Unsere vom Centrum für Reisemedizin geschulten Mitarbeiter:innen geben Ihnen gerne eine qualifizierte und individuelle Beratung – vor Ort persönlich sowie für unsere Kund:innen aus Berlin und dem Umland gerne auch telefonisch und digital per Chat. Sprechen Sie uns an oder vereinbaren Sie gleich Ihren persönlichen Beratungstermin.